Verband Große Münsterländer

Aktuelles

Montag, 12. Oktober 2015

Die Sache mit der Ente ...

Die bisherige Lösung nach Prof. Müller ist erfolgreich eingeführt und hat sich in der Praxis bewährt, leider in NRW und einigen anderen Bundesländern nicht mehr erlaubt.

 

Deshalb aber gleich diese Methode weiter zu kultivieren und zwanghaft zu verteidigen ist be-stimmt ein Irrweg. Richtig wäre über neue bzw. weiterentwickelte Methoden nachzudenken. Alles andere  ist nicht sehr kreativ und auch nicht zukunftsfähig.

Die aktuellen Entwicklungen in NRW haben wieder deutlich gemacht, dass es dringend not-wendig ist, Lösungen zu erarbeiten und Klarheit für die Jägerschaft zu schaffen. Bisher wer-den die, die 24/7/52 damit zu tun haben, eher wenig berücksichtigt. Aus diesen Kreis wird zwar die finanzielle Trägerschaft gewährleistet, aber so richtig ernst genommen werden sie nicht!

Das was jetzt passiert, haben wir ja schon vor Jahren erlebt. Die Leistungen werden deutlich schwächer und die Zuchtbasis negativ beeinflusst. Die Auswirkungen sind umso schlimmer, desto länger die Einigung auf eine neue Methode dauert.

 

Vom JGHV könnte man erwarten, dass er mehr tut für die Zucht von Jagdgebrauchshunden unter der Entwicklung der zunehmenden Zahl von Verbotsländern!


Leider sind die sichtbaren Aktivitäten des JGHV in der jetzigen Phase nicht sehr hilfreich. Es wird immer wieder der Klageweg angesprochen. Wenn wir ehrlich sind, ist der Zug in den Verbotsländern abgefahren und in einigen anderen Ländern ist die Abfahrtszeit schon vorge-geben. Wir benötigen Lösungen für die unterschiedlichen Ländersituationen, die ein möglichst einheitliches Vorgehen erlauben!

 

Die Entenstudie:
Die „Studie zur Frage der Notwendigkeit und Tierschutzgerechtigkeit der Ausbildung und Prü-fung von Jagdhunden an lebenden vorübergehend flugunfähig gemachten Enten“ kommt zu dem Ergebnis, dass die „Müller-Ente“ unverzichtbar ist. Im letzten JGHV 10/2015 macht der JGHV im Beitrag „Entenstudie“ und im Interview mit Herrn Dr. Heinrich Spittler deutlich,  dass man die eingeführte Methode (Müller-Ente) für unabdingbar hält und alle Kraft und Geld der Mitglieder dafür aufwendet, die vermeintlich alte Lösung zu verteidigen.

Vielleicht liegt das daran, dass man bisher in ruhigen Gewässer gesegelt ist und die Fähigkeit etwas raue und böige Bedingungen auf See nicht gewachsen ist.

Die Studie sollte in ihren Ausprägungen analysiert werden. Die Aussagen im o.g. Beitrag sind in einigen Bereichen bestimmt nicht repräsentativ!

Richtig ist, dass die Ausbildung und Prüfung von Jagdgebrauchshunden an lebendem Wild unverzichtbarer Bestandteil der Überprüfung der jagdlichen Brauchbarkeit und der zielgerich-teten Leistungszucht von Jagdhunden war, ist und immer sein wird.

Der vor einigen Jahren erarbeitet  Kompromiss „Müller-Ente“, der erfolgreich in die Praxis eingeführt wurde, ist aus politisch ideologischen Positionen in einigen Ländern nicht mehr haltbar. In diesen Ländern wird von der Politik und den LJV’s die Arbeit an der vollständig flug-fähigen Ente favorisiert. Beide Lösungen sind bisher nicht miteinander kompatible. Die betei-ligten jagdkynologischen Schwergewichte stehen sich bisher ziemlich im Wege und bemühen sich ihre Positionen zu verteidigen (JGHV und LJV). Zukunftslösungen, einfach mal neu den-ken, ist zu viel verlangt. Aber vielleicht sind die Beteiligten gar keine „Schwergewichte“?!

Was ist eine mögliche Zukunftslösung? Ist es mittelfristig die Müller – Ente (JGHV),  die voll-ständig flugfähige Ente (LJV) oder ist es eine noch zu definierende voll flugfähige Ente mit einer bestimmten Verhaltensart, man könnte sie auch Remmel-Ente nennen.

Wissenschaftliche Ergebnisse machen deutlich, dass die Müller-Ente heute und auch morgen eine dem Tierschutz und der Jagd (Hundeausbildung) gerechte Lösung darstellt.

Wenn die wissenschaftlich legitimierte Müller-Methode politisch nicht mehr akzeptiert wird, was kann dann die Lösung sein? Wichtig ist, dass sie den tierschutzrechtlichen, den jagd-rechtlichen und auch den Anforderungen an Durchführbarkeit und Praktikabilität genügen!
Man kann über verschiedene Methoden nachdenken. Aber über speziell gezüchtete und ge-haltene Enten könnte ja nachgedacht werden, soweit tierschutzkonform. Diese Art von Enten wäre dann nach bestimmten Selektionskriterien zu züchten und entsprechend aufzuziehen und zu halten.

Jeder, der sich mit der Sache „Ente“ in der Praxis beschäftigt hat, weiß, dass es wie bei den Hunden auch bei Enten sehr unterschiedliche Verhaltensweisen gibt, die bei den Prüfungen immer wieder Anlass für Diskussionen sind. Jeder kennt den Satz: „Ich hatte ein schlechte Ente“. Jeder weiß auch, dass für die Erbringungen von sehr guten bzw. hervorragenden  Leis-tungen bei der Wasserarbeit auch die Ente mitspielen muss. Der Einfluss kann nach Gewäs-ser, Art und Dichte der Deckung, Wetterlage, Wind, Verhalten/Erfahrung der Richter usw. sehr variieren.

In den letzten Wochen haben wir bei verschiedenen Prüfungen (HZP’n) mit der Müller-Methode und bei Brauchbarkeitsprüfungen mit der voll flugfähigen Ente sehr gute und weni-ger erfreuliche Ergebnisse erzielt. Deutlich wird dabei, dass in manchen Fällen, dass Potential der Hunde nicht oder nur zu einem kleinen Teil ausgeschöpft werden kann. Ursache ist nicht die Methode sondern in erster Näherung hauptsächlich die Ente.

Dies ist in erster Näherung nicht unterschiedlich bei der Müller-Ente und bei der voll flugfähi-gen Ente. Die Einflüsse sind meist andere. Diese Ursachen zu ergründen, würde Sinn ma-chen, daraus ließen sich erweiterte Anforderungen formulieren und vielleicht entsteht dann auch ein Korridor von Lösungen, die die verschiedenen Akteure dann gemeinsam weiter ent-wickeln können.

Quak, Quak euer D. Duck